Montag, 4. September 2017

mal ohne Niklas

Niklas ist seit 24. August auf Reha in der Südoststeiermark. Und unser Alltag ist damit wieder komplett auf den Kopf gestellt. Die Familie ist unter der Woche getrennt. Wir pendeln an den Wochenenden immer in die Steiermark – dazwischen bin ich oder eben Michael arbeiten. Wir haben alles recht gut organisiert. Aber ganz ehrlich: das klappt nur mit Hilfe der Großeltern die wieder einmal ordentlich eingespannt werden.



Zur Zeit ist mein Mann mit Niklas in der Klinik und ich bin zu Hause bei Anika. Niklas genießt es total, dass er den Papa ganz alleine für sich hat. Beim Wegfahren voriges Wochenende hat er gegrinst wie ein Weltmeister. Und tschüss Mädels!  

Ich hätt mir so viel vorgenommen für die Tage an denen ich mit Anika alleine zu Hause bin. Abzüglich meiner Arbeitstage bleibt da aber gar nicht mehr viel Zeit. Aber ich genieße die Tage mit Anika total. Wir unternehmen viel oder knotzen gemeinsam unter einer Decke und sehen Tinkerbell. Herrlich! (dazwischen wird auch gezickt und gestritten.... so ganz ohne geht´s nämlich sehr selten hier). Eigentlich wollte ich mir auch genug Zeit zum Bloggen nehmen. Allerdings ist unsre kleine Dame damit nicht wirklich einverstanden. Somit bleibts bei dem relativ kurzen Zwischenbericht. 

Es ist ganz komisch ohne unsren Großen. Ich muss an keine Medikamente denken. Muss nicht Heben, nicht Tragen, nicht Wickeln,.... Muss keine Taschen packen, wenn wir mal kurz wo hinfahren. Ich kann durchschlafen und vor allem: ausschlafen! Es fallen so viele Verpflichtungen weg. Das fühlt sich einerseits richtig gut an andererseits tut es aber auch weh zu spüren, dass es so viel leichter sein könnte...... 

Trotz allem: ich vermisse Niklas sehr. Dieses schelmische Grinsen, das trotzige "Ähhh" oder einfach das beharrliche Zeigen: "bitte halt mich".... Ach,.... Niklas bremst so sehr den Alltag ein. Ungefragt muss man einen Gang zurück schalten. Mit ihm erlebe ich unzählige Momente in denen ich ganz deutlich spüre: genau SO ist es gut. 

Ab Freitag sind wir wieder gemeinsam in der Klinik. Ich mache den Rest der Reha Zeit mit Niklas. Und darauf freu ich mich schon sehr!  


Kommentare:

  1. Ich habe in meiner Reha die Mutter von Max total bewundert, die immer um ihn herum war, es sei denn er hatte eine Therapie. Woher sie die Kraft nimmt - das glaub ich jetzt zu verstehen, wenn ich deinen Post lese.
    Alles, alles Gute!
    Astrid

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  2. Es gibt viele Menschen die es "leichter im Lebenhaben" als du. Aber dass sie deshalb einfach glücklicher sind? Sicher nicht!!! Glück ist schon zu einem guten Teil das was WIR daraus machen.

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