Montag, 7. November 2016

Wie war denn nun die Reha?

Eineinhalb Wochen sind wir jetzt schon wieder zu Hause. Dazwischen gabs einige Dinge, die ich gerne erzählt hätte.... mir fehlt allerdings einfach die Zeit zum bloggen..... 

Wir haben noch vor der Reha das Trileptal ausgeschlichen. Und plötzlich war Niklas wieder munter, fröhlich, aufmerksamer.... Mit jedem Tag gings ihm besser. Nein, die Anfälle sind nicht ganz weg - leider. Das wäre ja auch zu schön. (Am Freitag steht wieder eine EEG Kontrolle an....) Aber unsren Niklas haben wir endlich wieder. Diesen fröhlichen, lebenslustigen Kerl mit der ansteckend guten Laune. Und wisst ihr was? Das tut uns allen richtig gut!

Es waren drei wirklich gute Wochen Reha. Ich möchte fast sagen: die Aufenthalte werden immer besser.  Gleich beim Ankommen in der Klinik hat sich Niklas ausgekannt. Hat sich irrsinnig gefreut, wieder dort zu sein. Er hat sich sofort wohl gefühlt. Vor allem aber war er von Anfang an motiviert und interessiert. Hat so schön mitgearbeitet. Gut, dazwischen gabs von ihm die Feststellung: Ihr müsst mir schon was Interessantes bieten, damit ich mich auch ordentlich anstrenge. Aber das ist doch ok! 

Wir waren jeden Tag Schwimmen. Es ist garnicht so einfach, eine geeignete Schwimmhilfe zu finden. Vieles haben wir schon versucht. Der kreative Schwimmnudel-Eigenbau scheint uns im Moment der Beste. Niklas kann sich so frei bewegen und kippt nicht seitlich. Er fühlt sich damit sogar so sicher, dass er  kurz alleine "schwimmt" (normalerweise will er sich immer mit einer Hand bei uns anhalten) Im Wasser entdeckt Niklas sogar seine Beine und zappelt ganz bewußt damit, um vorwärts zu kommen. Diese willkürlichen Beinbewegungen sind etwas ganz besonderes bei Niklas. Mal schauen, ob sich da noch etwas tut.... das wäre schön!


Als Niklas noch um einiges kleiner war, machten wir regelmäßig Intensivtherapien nebenan. Gruppentherapien mit anderen Kindern bei Kids Chance. Eine sehr angenehme Atmosphäre - weil nicht nur die Kids unter ihresgleichen sind. So viele schöne und wertvolle Kontakte sind in dieser Zeit entstanden. Nach der Hüftoperation sind wir in der dazugehörigen Klinik gelandet. Dort gibt es jede Menge Therapieangebote, tolle Therapeuten und ein gut zugeschnittenes Förderprogramm - alles Einzeltherapien (was für Niklas richtig optimal ist). Kinder gibt es in der Klinik jedoch verhältnismäßig wenige. Man trifft eher auf ältere Patienten nach orthopädischen Operationen oder auf MS Patienten. 

Aber auch Jugendliche und junge Erwachsene mit verschiedensten Behinderungen sind in der Klinik. Gemischte Gefühle habe ich bei solchen Kontakten. Denn allmählich begreife ich, dass unser Niklas nicht immer ein kleiner Junge bleiben wird. Auch wenn er nicht gehen kann und nicht spricht,..... in ein paar Monaten ist er 10 Jahre alt. Niklas mag noch immer gerne Babyspielzeug, nimmt fast alles zuerst in den Mund - aber er kann auch richtig nervig werden, wenn er auf Youtube nicht Musikvideos sehen darf. Und er drückt oft in seinem Zimmer die Tür zu, damit er alleine ist. Eine skurrile Mischung. Was uns da noch alles erwartet? 

Auf jeden Fall habe ich die zwei Wochen mit Niklas sehr genossen. Endlich einmal Zeit haben. Gemeinsam kuscheln, Bücher lesen, Fernsehen, Spazieren gehen, Schwimmen,.... die dritte Therapiewoche hätt ich grad noch ausgehalten mit unsrem Burschen :) - aber der Papa wollte dann doch auch mal.... 

Und wie immer haben wir diese Reha-Zeit genutzt und an den drei Wochenenden in der Steiermark gemeinsam einige Ausflüge unternommen. 









Morgen hat Niklas Nachmittagsbetreuung in der Schule. Das heißt für Anika und mich: Mädelstag :) Ach, da muss ich euch auch noch was zeigen.... demnächst..... 

Kommentare:

  1. Das hört sich doch nach einer guten, aufbauenden Zeit an! Da freu ich mich ja glatt auch schon, wenn ich demnächst Hüft -OP hab und in eine Reha muss.
    Alles Liebe!
    Astrid
    Werd morgen an euch denken, wenn ich mit der Schwimmnudel verzweifle!

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  2. Wasser ist schon ein tolles Element und dass er die Beine eigenständig bewegt ist einfach schön zu hören.
    Ja, manchmal wäre es praktisch die Kinder blieben klein, die Gedanken sind so gundverschieden von Eltern mit "normalen" Kindern
    LG
    Martina

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  3. Das liest sich ganz, ganz toll!
    Ich bin den Tränen nahe, weil Du das mit den Beinen geschrieben hast. Was für eine schöne Vorstellung, dass da noch was kommen kann ... wird! Ich wünsche es ihm so sehr.
    Die Bilder sind so wunderschön.
    liebe Grüsse von einer Elisabeth, der zur Zeit ständig die Zeit davonläuft :-)

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