Unser neues Badezimmer

Schon längst überfällig ist der Post zu unserem Badezimmer-Umbau. Unser Bad ist kurz nachdem wir von der Delfintherapie nach Hause gekommen sind, fertig geworden. Und ich kann nur sagen: wir sind unglaublich zufrieden mit dem Ergebnis. Aber schaut selbst: 


So hat es ausgesehen unser "altes" Badezimmer:
Die Dusche auf einem 10 cm hohen Sockel (also nicht mit einem Duschstuhl zu benutzen). Eine Eckbadewanne, die kaum Platz bietet, wenn man mit Niklas gemeinsam in der Wanne sitzt. Das knien daneben aber noch mühsamer.... Das Waschbecken nicht erreichbar im Rollstuhl.


Wir mussten die Badezimmertür austauschen, da die alte nur 80 cm breit war. Die Breite hätte für einen späteren Patientenlifter aber nicht ausgereicht. Die Position von Dusche und Waschbecken wurden versetzt, weil es sich platztechnisch sonst nicht ausgegangen wäre. Somit war die Neuverlegung von Abfluss und Leitungsrohren und das Aufstemmen vom Boden notwendig. Deshalb haben wir dann gleich alles rausgerissen und den nicht-gedämmten Fußboden isoliert und eine Fußbodenheizung eingeplant. Die Zimmerdecke wurde ebenfalls gedämmt. 


Mit dabei war immer unser Polier Silvester. Unser Kater ist mittlerweile 17 Jahre alt und hat schon einiges an Umbauten an unserem alten Bauernhäuschen miterlebt. Er lässt sich von ein bisserl Lärm nie abhalten zu kontrollieren, ob alles richtig gemacht wird :) 


Der Niklas Papa hat fleißig gegraben, gestemmt und abgerissen. Also vorbereitet. Ich wollte unbedingt bei Wanne und Dusche Wandnischen (keine Ablagekörbe oder ähnliches an denen man sich stoßen kann, oder wo ständig was runterfällt). Bei sechzig Zentimeter Außenwand kein Problem. Allerdings war das stemmen alles andere als ein Klacks... 

Für alle anderen Arbeiten waren dann aber doch die Fachleute zuständig. Und die haben richtig gute Arbeit geleistet. 


Die Kinder fanden die Baustelle recht spannend. Mühsam war es allerdings schon, ständig auswärts zu duschen. Danke hier vor allem an die Omas, die wochenlang sauber geschrubbte Kinder nach Hause gebracht haben :)

Das Montieren der Decke war ordentlich kniffelig. Letztendlich haben wir´s dann doch geschafft. 


Der schwerste Brocken an der Baustelle: eindeutig die Pflegebadewanne. Mehr als 120 kg hatte das gute Stück. Die Großeltern haben kräftig mit angehoben und die Wanne ohne Schäden ins Bad gebracht. Gar nicht so einfach, so ein großes, schweres Teil durchs Haus zu manövrieren.  


So, jetzt aber genug Baustellenfotos! 

Seit fast zwei Wochen ist es jetzt fertig. Unser neues Bad! 
(Gut, die Duschwand, die wird noch geliefert und montiert. Das kann aber noch vier Wochen dauern....) 

Deshalb jetzt endlich die Bilder: 


Die Pflegebadewanne ist natürlich das allerbeste an diesem Bad. Es ist eine Aurelia von MK Bad- und Pflegesysteme. Eine höhenverstellbare, unterfahrbare Hubbadewanne. So kann Niklas in der Wanne liegen und wir ihn richtig rückenschonend daneben stehend waschen. Man kann sich nicht vorstellen welche Erleichterung das für uns ist!! Schon alleine das herausheben von Niklas ist von dieser Höhe aus wesentlich einfacher. 

In den nächsten Jahren wird die Anschaffung von einem Patientenlifter notwendig werden. Das war mitunter ein Grund, eine solche Badewanne zu wählen.  

Runtergefahren ist die Wanne für uns alle als ganz "normale" Badewanne zu verwenden. Wir haben ja nur dieses eine Badezimmer im Haus. 


(Und ja, das Ding hat tatsächlich ein Soundsystem integriert. Damit hört man nicht nur unter Wasser Musik - nein, man "spürt" sie auch. Und dank USB Anschluss - schwimmt Niklas jetzt auch in der Wanne mit den Delfinen.... )


Auch der Waschtisch ist nun unterfahrbar. Einen Hauch zu niedrig für uns - allerdings optimal für Rollstuhlfahrer. Niklas ist sofort zum Waschbecken. Und seit der Fertigstellung fährt unser Bursche ganz freiwillig zum Zähneputzen direkt ans Becken. Uns war vorher garnicht richtig bewusst, dass vor allem die baulichen Gegebenheiten Niklas daran hindern, es uns gleich zu tun. 

Tja, funktionell ist es - unser Bad :) Aber erstaunlich, dass auf guten zehn Quadratmetern auch noch die Waschmaschine und der Boiler Platz hatten..... Und jede Menge Schränke.... (die brauche ich einfach - ich geb´s zu: ich bin echt Stauraum-süchtig)


Und endlich ist unser Toilettenstuhl auch ein Duschstuhl. Herrlich! Manchmal muss es schnell gehen. Manchmal ist es einfach hygienischer, zu duschen als zu baden. Jetzt haben wir auch wirklich die Möglichkeit Niklas kurz abzuduschen. Und erstaunlicherweise findet unser Bursche die Brause garnicht so schlecht. 

Entlang der Bordüre kommt dann noch die faltbare Duschwand hin. Ihr seht, wir haben jeden Zentimeter ausgenützt :) 


Perfekt ist es geworden. Dank meiner Schwester, die uns im Vorfeld schon bei der Planung viele tolle Ideen zusammen gesammelt hat. Dank der Leute von der Firma Artner Artissimo die richtig gute Arbeit geleistet haben. 

Vor allem aber dank der tollen finanziellen Unterstützungen die wir von vielen Seiten erhalten haben. So ein Umbau kostet enorm viel Geld. Von der Pflegebadewanne garnicht zu sprechen. Wir haben den Badumbau lange geplant und gespart. Die Krankenkasse finanziert Pflegebadewannen nicht. Und es gibt auch keinen Zuschuss zu einem Badumbau. Aber es gibt einige öffentliche Stellen wie das Sozialministeriumservice oder die Pensionsversicherungsanstalt, die aushelfen. Und dann gibt es noch großartige Institutionen wie "Licht ins Dunkel" oder den "Harley Davidson Charity Fonds". Wir möchten hier nochmals an wirklich ALLE, die uns hierbei finanziell unterstützt haben ganz, ganz herzlich Danke sagen! Ihr wisst gar nicht, wie sehr ihr uns damit geholfen habt, das Bad endlich Niklas-tauglich zu machen. Wie groß die Erleichterung für uns ist, und wie viel mehr Möglichkeiten unser Bursche dadurch hat.