Freitag, 16. Januar 2015

Laut und Leise

Bei uns gehts meistens richtig laut zu. Hier ist es nie ganz ruhig (ausgenommen, die Kinder schlafen endlich..). Niklas macht am liebsten fünf Dinge zeitgleich. Hört Musik, schnappt sich ein elektrisches Spielzeug und möchte dann auch noch, dass man ihm auf der Mundharmonika etwas vorspielt. Gefördert haben wir das sicher nie. Von Anfang an hatten wir Holzspielzeug, viel taktiles Angebot, "sinnvolle" Spielsachen. Anfangen kann Niklas damit nicht viel. Er "braucht" starke Reize und er liebt Wirbel. Dabei ist uns klar, Ruhe wäre das, was Konzentration/Aufmerksamkeit fördert. Kurz ein Bilderbuch ansehen oder auch mal massieren lassen, dann ist aber auch schon wieder genug mit Ruhe. Die Anika hat vielleicht dem Alter entsprechend Hummeln im Hintern. Zumindest kann sie auch mal ganz andächtig bei der Sache sein. Garnicht so einfach bei unseren Kindern auf einen Nenner zu kommen.

Hier wurden vor einigen Tagen Vogelfutter-Kekse gemacht. Die letzten Kokosfett-Reste mussten weg. Müsli, Haferflocken und Sonnenblumenkerne hatten wir auch zu Hause. Das ganze einfach vermischen (Kokosfett vorher schmelzen lassen) und dann den Brei in Formchen füllen. Band unterlegen und auskühlen lassen.  Anika findet das spannend und ist ganz still bei der Sache.


Der Niklas kostet mal die Schüsseln. Testet, ob´s ein Echo gibt, wenn er laut "hääää" reinsagt. Schnappt sich einen Löffel - und klopft damit auf den Tisch, Schmeißt nachher noch alle Förmchen, die er erwischt runter. Und wenn dann alle möglichen Gegenstände verschwunden sind, die er zum mitmachen brauchen würde, dann ist ihm plötzlich stinklangweilig und tut dies auch lautstark kund. 


Wie gut, dass dann der Papa in der Nähe ist, der weiß, was wirklich Spaß macht. 


Am nächsten Tag wurden die Futter-Kekse dann in den Garten gehängt. Sieht wirklich nett aus. 


Aber wisst ihr, was am schönsten war an der Idee? 


Meine halbe Stunde heute Vormittag, als ich die vielen Besucher im Garten einfach nur beobachtet habe. Herrlich das Gezwitscher. Und so schön leise :)


Eva, den Post schick ich zu dir. Der passt doch recht gut zu deinem 180 Grad Blick. Mehr zum Thema Laut und Leise findet ihr HIER

Kommentare:

  1. Ohhhhhhhhh, du bist meine Heldin!!!!
    Ich wollte schon lange solches Futter machen, wusste aber nicht wie ich das so machen soll ohne Netzt oder evtl. Kokosschale. Jetzt mach ich es so, wenn ich den Hintern hoch bekomme, aber nur wenn es leise ist, ohne Kinder, hihihi
    LG
    Martina

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  2. Ja bitte, da schau her!
    Heute morgen standen ein Michael und eine Elisabeth auch so ca. 20 Minuten im Garten und haben die Vögel beobachtet.
    Wieder in der warmen Stube sagt dann der Herr Bodenleger: "Das war jetzt so schön und hat echt gutgetan. Ich liebe es die Vögel zu beobachten. Das ist wie eine Aufladung an Ruhe!"
    Ruhe ... hatten wir natürlich nur, weil Robert nicht dabei war. Der junge Mann ist eher laut! So laut wie Niklas dann aber doch nicht mehr. Niklas "spürt" wahrscheinlich den Krach und das braucht er, es gefällt ihm, oder?
    Was Robert seit kurzem macht ist für uns eher nervig. Er hat ständig etwas in der Hand und erzeugt rythmische, leise Geräusche. Aber natürlich nicht still. Das hält keiner von uns lang aus, und dann heisst es: "Kannst Du bitte aufhören zu rascheln, knister etc.!" Da ist er oft beleidigt und fühlt sich ungerecht behandelt, weil er ist ja nicht laut ....

    Anika ist so konzentriert. Ihr habt aber auch super Ideen!
    liebe Grüsse
    Elisabeth

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  3. Die sehen ja super aus und schmecken tun sie anscheinend auch.
    Wir haben auch Vogelfutter das draussen hängt. So einen Knödel (den mögen sie nicht ;)) und ein Nerz mit Erdnüssen, die lieben sie und alle wollen von diesen Nüssen. Bei uns sind es ganz andere Vögel als bei euch, spannend. Ich schaue ihnen auch gerne zu, das ist wirklich entspannend.

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  4. Bunt und strotzend vor Lebensfreude strahlt mir deine wunderbare Crew auf deinem Blog entgegen. Immer wieder bin ich begeistert und verpasse es genauso von Reizen weiter gezogen wie Niklas, konzentriert hin zu sitzen und einen Kommentar zu schreiben. Eben genau dieses Thema muss ich unbedingt aufnehmen. Wir nehmen an, dass es sich in Ruhe und Beschaulichkeit gut lernen lässt, weil man sich ja - wieder nehmen wir das an - dann besonders gut konzentrieren kann. Das trifft sicher für einen Teil der Menschen zu. Wir stellen uns ja gerne vor, ein Hirn funktioniere etwa so wie ein Rasenmäher. ON bedeutet dann Mähmodus und auf gehts, bitte keine Hindernisse, keinen Schneematch und keinen schusseligen Mäherchef. Ich habe Grund zur Annahme, dass es nicht so ist. Immer wieder erlebe ich bei einigen meiner Limited Edition - Kids, dass sie eben genau dann sich zu Konzentrieren scheinen, wenn ich es nicht könnte. Mein derzeitiges Model ist ein kleines wildes Zigeunermädchen ( Ich nenne sie nur für uns so), das sehr laut Musik hört (Kücken Pip), dazu das Ipad mit Talking Tom einstellt, der alles verzerrt wiederholt und dann noch dem Chichihund Befehle zuschreit, was eigentlich für uns keinen Sinn ergibt. Aber plötzlich habe ich gemerkt, dass sie offensichtlich alles richtig macht, dass sie uns mit Seitenblicken vieles genau abschaut, aber sie braucht ein anderes Lernumfeld, um ihren denkenden Rasenmäher anzupassen. Nicht ganz einfach für meine Mitarbeitenden, meine Assistentin hat schon mal Migräne angesagt und ich gebe zu, dass ich es auch ganz gern ruhiger hätte, aber der Zweck heiligt die Mittel, davon bin ich überzeugt. Mit ganz lieben bewundernden Grüssen eure Momo

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    1. Momo. danke dir!!!
      ja, ich hab auch schon länger den Verdacht, dass Lernen bei Niklas anders funktioniert. Und das manches Sinn macht, auch wenn ich es nicht wirklich verstehe....
      Mhm.. wenn ich nur eine Bedienungsanleitung hätte :)

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  5. Das ist so wundervoll!
    Mein Liebslingsbild ist eindeutig Niklas und Papa mit Tröte... also laut :-)

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  6. Bei euch geht es bunt zu, laut und leise,
    bunt wie der Alltag,
    liebe Grüße, Brigitte

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