Zahn OP

Vorige Woche hatte der Niklas eine kleine Zahn Operation. Nix tragisches eigentlich. Es sind im Grunde ja nur die Milchzähne vorhanden. Weil aber die drei vorderen Schneidezähne schon stark von Karies befallen waren, sollten diese raus. (Nein, gewackelt hat da noch lange nix....) 

Es ist ja nicht so, dass dieser Eingriff ohne lange zu überlegen gemacht wurde. Wir waren vorher schon bei zwei anderen Zahnärzten. Es ist nicht einfach, mit unsrem Burschen die Zähne überhaupt in Ruhe zu begutachten. Noch weniger ist es möglich, einen richtigen Eingriff zu machen. Dazu kommt die Blutgerinnungsstörung

Tja, und deshalb wurde dieser "kleine Eingriff" dann auch in der Uniklinik Graz gemacht. Aufnahme einen Tag vor der Zahnsanierung. Entlassung einen Tag später - damit man eventuelle Nachblutungen kontrollieren kann. Der Eingriff unter Vollnarkose. Wegen Milchzähnen! Mhm.... es geht nicht wirklich anders - gefallen tut uns das nicht wirklich. Aber die (überaus nette) Zahnärztin hat uns auch vorgewarnt: das werden wir jetzt alle drei Jahre machen müssen. Das ist ja fast üblich bei schwer behinderten Kindern/Menschen.... 

Alles ist gut gegangen! Mir war nur ordentlich mulmig, den Niklas wieder an der OP-Schleuse abzugeben. Noch dazu alleine. Weil der Niklas Papa sich ja wirklich nicht immer frei nehmen kann.... Niklas ist nach Sedierungen immer selig. Grinst nur vor sich hin. Nach eineinhalb Stunden kam er in den Aufwachraum. Um drei Milchzähne leichter - dafür zehn Plomben dazu. Wahnsinn!! Generalsanierung quasi.


Es ist ja nicht so, dass wir nicht Zähne putzen. Im Gegenteil: es wird wirklich konsequent seit Jahren morgens und abends geputzt. So genau wir halt können. Der Niklas beißt währenddessen immer (ordentlich fest) auf die Bürste. Und er will eigentlich nur selbst putzen (Nein, im Grunde findet er das Vibrieren der Ultraschallzahnbürste einfach lustig im Mund - aber nicht auf den Zähnen). Niklas trinkt während des Tages fast nichts selber, er isst viel Süßes, sein Zahnschmelz ist nicht der härteste.... die Summe all dieser und anderer Dinge wahrscheinlich.

Entlassen wurden wir, nachdem ich dann schon gequengelt habe: "wir wollen jetzt aber heim!" am Dienstag. Dafür mussten wir die ganze Woche über jeden Tag Gerinnungsfaktor spritzen. Zur Sicherheit. Der Niklas fand das mehr als nervig. Für uns war da wieder einiges zu organisieren - abgesehen von meinem Pflegeurlaub. Denn zum Faktor verabreichen braucht´s immer Zwei. Und so war der "kleine Eingriff" unterm Strich ein "großer Aufwand"...