Sonntag, 30. November 2014

SINNblick Runde November

Wie so oft wirklich auf den allerletzten Drücker hab ich mich auf den Weg gemacht. Wir hatten heute einen wunderschönen Sonntag mit ganz viel Ruhe und dennoch einiges an Programm..... ja, und sogar meine Sinnblickrunde ging sich schön aus.


30. November 2014
14:30 Uhr 



Ich muss zugeben: heute war ich keine Stunde lang unterwegs. Es ist schon ordentlich kühl hier und ich hatte für meinen Waldspaziergang eindeutig die falschen Schuhe an. 


Man merkt´s:
die Farben verblassen. Ich höre kaum noch Vögel zwitschern, es ist nass und ein leichter Schal tut schon gut.  


Wir waren heute wieder am Adventauftakt in Hochstraß. Das zweite Jahr schon wurde dort für Niklas eine Spendenbox aufgestellt. Vor kurzem haben wir die endgültige Finanzierungszusagen für den neuen Toilettenstuhl von Niklas erhalten. Der Dusch-/Toilettenstuhl steht schon hier (ich schreib dazu noch mal genaueres in einem extra Post). Die Ansuchen um Finanzierungs-Zuschuss vom geplanten Badumbau ziehen sich mittlerweile schon sechs Monate hin. Das wird das Großprojekt 2015. Außerdem haben wir im Frühjahr dieses Jahres die Möglichkeit angeboten bekommen, 2015 eine Delphintherapie in Spanien zu machen (selbst zu finanzieren wären "nur" die Flug- und Hotelkosten). Irgendwie sind wir hier deshalb in den letzten Monaten immer wieder am "Förderansuchen" schreiben. Und dazwischen ein ehrliches "danke" sagen..... 

Es ist nach wie vor ein merkwürdiges Gefühl. Ich hab vor längerem einen tollen Bericht gelesen in der Zeitschrift "Schatten & Licht". Es ging um´s Schenken und beschenkt-werden. Wie sehr sich Kinder über Geschenke freuen, und wie sehr diese staunende Dankbarkeit bei Erwachsenen in den Hintergrund tritt. Weil es in unserer Gesellschaft selbstverständlich und notwendig ist, für Leistungen angemessen zu bezahlen. Dabei lässt sich gerade das Wesentliche nicht berechnen und bezahlen..... und dann der Satz: Wie viel einfacher scheint es deshalb großzügig etwas herzugeben, als sich beschenken zu lassen. 

Das trifft es ziemlich auf den Punkt. Ich bin im Zwiespalt. Immer noch. Förderansuchen ausfüllen ist mir ein Graus. Ich mache es dennoch. Noch unangenehmer ist es, hier in der Gemeinde Hilfe zu bekommen. Oder von lieben Bekannten. Obwohl wir uns zeitgleich natürlich unheimlich über diese Empathie freuen. Aber ich geh nicht mit Scheuklappen durch die Welt. Sehe in der Stadt genug Menschen, die offensichtlich kein zu Hause haben. Weiß, dass sich jede Woche unzählige Menschen von der "Team Österreich-Tafel" Lebensmittel holen und dass viele sich nicht einmal das Heizen im Winter leisten können. Und dann kriegt der Niklas einen Toilettenstuhl um 4.500,-- Euro. Es ist schon krass. Ich finde die Preise für Hilfsmittel unverschämt hoch. Dass diese dann nur zum Teil von den Krankenkassen finanziert werden, noch unverschämter. Ich finde es unnötig, dass spezielle Förder-Spielsachen unverhältnismäßig teuer sind. Aber ich kann es nicht ändern. Und solange diese Dinge die Lebensqualität von Niklas erhöhen, werde ich alles daran setzen, dass er diese bekommt. Wir gehen beide arbeiten. Sparen brav - soweit es geht. Weil das aber eben unterm Strich nicht immer reicht, werde ich auch an mir arbeiten. Nämlich daran, einfach aus ganzem Herzen DANKE zu sagen. 

So, Schluss damit ..... jetzt noch ein paar November-Bilder von hier..... 


und ich hab sogar noch ein bisserl Grün gefunden. Zugegeben: das erste im Gemüsegarten der Oma



Zum Abschluss noch mein SINNblick Bild vom November. Das vorletzte für heuer... Wahnsinn, das Jahr ist bald aus. 


Noch mehr SINNblicke findet ihr wie immer bei Anette - die 12tel Blicke bei Tabea.

Kommentare:

  1. Billig bzw. günstig bekommt man meist nur Massenprodukte; Produkte, die in großer Zahl und dadurch billig hergestellt werden können. Hilfsmittel für Behinderte benötigt zum Glück nicht jeder, aber das macht sie eben auch teurer.

    Ich meine aber, daß die Kosten dafür nicht diejenigen tragen müssen sollten, die das Pech haben, diese Hilfsmittel zu benötigen. Sowas sollte m.E. die Gemeinschaft tragen.

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    1. Sicher Lulu. Da hast du auch Recht.
      zB WC Sitz: die Krankenkasse zahlt in so einem Fall die 543,--. Das ist ein Kostenersatz. Um dieses Geld bekommst du einen Standard WC Stuhl (Leibstuhl) für Erwachsene (man kennt die evt. von Pflege- und Altersheimen). Das auf so einem rießen Sitz aber kein kleines Kind sitzen kann - geschweige denn die notwendige Unterstützung zum entspannt sitzen hat, dass wird eben nicht differenziert. Da gibt es Hilfsmittelkataloge bei unsren Kassen... und betreffend Kinder sind diese meiner Meinung nach - einfach nicht gut umgesetzt.....

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  2. Oh ja, Hilfsmittelpreise - ein Quell steter Freude. Ich bin sehr froh, dass unsere Krankenkasse alles bezahlt hat, was wir brauchten - irgendwann hatte ich mal gezählt und kam auf über 30.000 €, die wir an Hilfmitteln hier nutzten. Wahnsinn. Einige Sachen hätte ich durchaus selbst gekauft, aber bei DEN Preisen?! Inzwischen haben wir fast alles zurück gegeben und ich fühle mich wohler.

    Bei der Delphintherapie waren wir eine von sehr wenigen Familien, die die komplette Reise selbst bezahlt hat - die meisten Familien, die wir trafen, hatten Sponsoren oder Stiftungen, die zumindest Teile finanzierten. Ist auch Okay, aber ich persönlich hätte ein komisches Gefühl dabei, wenn der Bäcker besondere Brötchen verkauft, deren Erlös dann meinen "Urlaub" finanziert und vielleicht noch das Bild meiner Tochter irgendwo hängt. Nee, lieber nicht. Ich wünsche euch aber schonmal ganz viel Spaß dabei. Wo geht es denn hin? (Spanien ist groß.)

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    1. Und ich kann dir nicht sagen, wie sehr ich mich freue, dass Saskia so vieles nicht mehr braucht!!!! Mensch, ich wollte noch alles nachlesen von der Delphintherapie..... das mach ich gleich.... irgendwie komm ich grad recht wenig zum lesen in den Blogs (mir geht das auch ab - aber es ist nicht zu schaffen grad)

      Wow! Ihr habt euch das alles selbst finanziert? Das ist ein ordentlicher Brocken! Ja, viele versuchen zumindest einen Teil davon über Spenden zu finanzieren. Es ist schon eine Gratwanderung. Hab auch lange überlegt, ob ich eben auch die finanzielle Problematik erwähnen soll hier im Blog. Aber es ist einfach so. Hier in Österreich musst du für zb Unterschenkelorthesen zu bis zu drei öffentlichen Stellen laufen, damit du diese bezahlt bekommst. Wenn du Glück hast. Es ist so anstrengend. Und es ist erniedrigend.
      Delphintherapie: in Benidorm. MundoMar - über Weitzmann Branko: http://www.brankoweitzmann.com/de/delphin-therapie/delphin-therapie aber wenns wirklich spruchreif ist, dann schreib ich da eh genaueres. Wir hätten heuer fliegen können. Aber das war uns alles zuviel mit Hüft-Operation. Verdient hätt es sich der Bursche nach dem anstrengendem Jahr
      lg Tanja

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