Mittwoch, 5. November 2014

einstellen auf dich



Anstatt mit dir zu gehen,
werden wir mit dir kriechen.

Anstatt mit dir zu reden,
werden wir andere Wege finden,
um mit dir zu kommunizieren.

Anstatt uns darauf zu konzentrieren,
was du nicht kannst,
werden wir dich für das,
was du kannst 
mit Liebe belohnen.

Anstatt dich zu isolieren,
werden wir Abenteuer für dich erschaffen.

Anstatt dich zu bemitleiden,
werden wir dich achten.



(Verfasser unbekannt, entnommen aus dem Rett-Syndrom-Handbuch von Kathy Hunter)


Danke Romana für diesen wundervollen Text....er sagt so viel! 

Kommentare:

  1. Oh ja, der Text sagt so viel, und ist im Leben sehr schwer umzusetzen. Wir müssen als Eltern behinderter Kinder unsere teils sehr gwohnten, geliebten Weg verlassen ... und nach neuen Pfaden suchen.
    "Aus Liebe", anders geht es wohl nicht.
    Bin die letzten Tage ziemlich mitgenommen. Eine gute Bekannte hat ihr Kind nun in ein Heim gegeben. Die Kleine ist 10 Jahre alt, alles wirkte so gut wenn wir Kontakt hatten. Nun hat sich der Mann getrennt, und sie "will und kann nicht mehr!"
    Sie haben gut geschauspielert, als wir uns im Juli zwei Mal hintereinander trafen wirken sie noch so glücklich. Die Kleine kann auch nie alleine gehen, nicht sprechen .... ach, ich würde sie am liebsten sofort aus dem Heim holen und zu uns nehmen ....
    Wenn ich dann Euren Text hier bei Dir und bei Ramona lese wird die Bedeutung solcher Sätze ganz gross! Es ist so wichtig, dass Hilfe da ist, damit man es immer- und immerwieder schaffen kann! Und ganz viel Liebe, nicht nur zum Kind, sondern auch zwischen den Eltern ....
    liebe Grüsse
    Elisabeth

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    1. Liebe Elisabeth,
      vielleicht war´s ja garnicht geschauspielert. Ich glaube, es ist unheimlich schwer, sich selbst nichts vorzumachen. Und vielleicht war die Trennung dann einfach der Auslöser, der Teil - der plötzlich fehlte - und den Alltag deshalb "unschaffbar" machte.....
      ich hab den Niklas nie bemitleidet, mich nie auf das konzentriert was er NICHT kann. Ich kenne unsren Burschen nicht anders.....Wo ich mich zunehmends schwerer tue ist dieses "isoliert-sein". Das ist nämlich echt nicht so einfach. Gerade, seit die Anika da ist. Man kann oft nicht anders. Du weißt sicher, wie ich das meine. Und ganz ehrlich: ohne Michael oder unsere Familie (die einfach unglaublich ist!) würde es hier auch nicht so rosig ausschauen....
      Danke für dein Kommentar. Ich freu mich immer, wenn ich von dir lese!
      Tanja

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  2. Ja, Du hast da schon Recht. Und ... ich vergesse all die Mamas nicht, die ihr Kind allein grossziehen (müssen). Das ist mit behindertem Kind noch viel, viel schwerer.
    Aber auch da weiss ich eine so wunderschöne "Lebensgeschichte". Ich hab ja schon öfter Selina im Blog erwähnt. Sie blieb während der Geburt stecken und ist schwerstbehindert. Der Papa ist auch sehr bald gegangen. Da war das 2.Kind grad ein Jahr alt .... Nun hat die Selina-Mama wieder geheiratet! Sie lebt schon drei Jahre IHM zusammen, er hat ihr im Frühjahr einen Heiratsantrag gemacht. Und nun ziehen sie auch noch weg von München .... und zufälligerweise nur ca. 10 Min. von uns weg. Die Selina-Mama war lang allein mit all den Sorgen, und der "neue" Mann in ihrem Leben nimmt die Kinder an wie die eigenen. So etwas Schönes gibt es fast nicht "in echt", oder?
    Das "isoliert-sein" macht auch uns das Leben schwer. Und da fehlt nun auch noch die Oma/Opa. Wir kommen hier im Dorf nicht dazu mal auf ein Fest zu gehen. Auch tagsüber nicht. Robert hält den Trubel nicht aus, man müsste nach einer halben Stunde wieder nach Hause. Einzenln, allein, das mögen wir nicht. Als Robert das letzte Mal auf Kurzzeitpflege war sind wir gleich 2 Abende hintereinander auf Dorffesten gewesen. Das ist auch für Susanne schwer .....für sie ist Robert zu anstrengend, dass sie ihn mitnimmt. Er lässt sich von ihr nicht mehr lenken. Er macht Dinge, die einer 15jährigen nur noch peinlich sind. Auch wenn wir vier zusammen unterwegs sind, kommt er auf Ideen. Oftmals unvorstellbar ... Wir Grossen lachen über Robert, der singend und wie eine Hexe durch den Wald läuft. Und die Sätze, die er dann spricht ... oh weh. Mit 15 kann man das nicht aushalten, das geht einfach nicht!
    Aber auch das wird zu schaffen sein!
    liebe Grüsse
    nun muss ich mein Tageskind abholen .... sie ist fast drei und Du weisst was ich da zu tun haben die nächsten Stunden :-)
    Elisabeth

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  3. Man braucht Niklas nur anschauen und weiß, dass das Gedicht lebt. In euch, wie fein!

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