SINNblick September

Gestern gleich nach dem (späten) Frühstück schnell einen Zwetschgen-Reis-Auflauf gemacht und dann ab zu meinem Monats-Spaziergang

28. September 2014
10:55 Uhr 

Hier fallen schon langsam die Blätter von den Bäumen... 


aber ich war am Sonntag mit Kurzarm-Shirt unterwegs so warm und sonnig war es. Ganz ungewohnt nach den vielen kühlen Regentagen. 


Die Brombeeren würden jedenfalls noch einige Sonnenstunden brauchen zum Reifen... ob das noch was wird bevor es zu spät ist... Im Wald riecht es richtig nach Herbst... Hab ich schon erwähnt: Ich liebe diese Jahreszeit! 


Ich geniese diese Spaziergänge sehr. Diese Ruhe im Wald. In letzter Zeit hab ich ganz deutlich gespürt: Ruhe gibts bei uns so gut wie nie. Auf unserem Kalender steht immer etwas. Ob das jetzt Arzttermine, Therapien oder auch Freizeitaktivitäten sind. Freizeitstress - das haben sicher viele Familien. Man will ja schließlich auch etwas außerhalb von Arbeit und Schule (miteinander) erleben. Eltern - selbst die, die kleine Schulkinder haben, kennen das. Unter der Woche - nach der Schule - verabreden sich die Kinder zum Spielen. Hier am Land kennt man sich ohnehin. Und selbst bei jüngeren Schulkindern ist ein mitgebrachter Schulfreund keine große Sache. Außerdem hat man sowieso engeren Kontakt mit den anderen Eltern, weil die Kinder gemeinsam im Chor sind. Und in der Musikschule  und beim Zumba-tanzen sowieso. 
Eltern kennen das? Nein. Nicht alle. Der Niklas macht sich nichts mit Schulfreunden aus. Wir nehmen auch nicht mal schnell ein anderes Kind von einem Nachmittagskurs mit nach Hause, weil die Eltern ausnahmsweise länger arbeiten müssen. Das ergibt sich gar nicht. Schade, eigentlich. Keine Frage, es bleiben abzüglich der "Pflichttermine" wirklich nur wenige freie Tage. Diese verbringen wir oft mit unseren Lieben. Familie - die kann man sich nicht aussuchen. Wir hatten hier unglaubliches Glück. Schwestern, die viel mehr sind als "nur" Familie. 

Wenn wir aber als Familie etwas mit Anderen unternehmen, dann meistens mit Menschen, die ebenfalls ein Kind mit Behinderung haben. Ich frage mich immer öfter, warum das so ist. Es hat sich einfach eingeschlichen. Es ist ja auch etwas ganz anderes, wenn das Schulkind nicht einfach Fußball spielt, während sich die Eltern miteinander unterhalten. Gut, auf dem Spielplatz wüsste ich jetzt nicht einmal, wo ich Niklas wickeln sollte (mittlerweile ist Niklas nämlich definitiv zu alt, um ihn noch in der Öffentlichkeit auf einer Parkbank zu versorgen - das muss auch nicht sein). Auf eine Abendveranstaltung mit Kind - weil am nächsten Tag eh keine Schule ist - auch das klappt nicht. Niklas braucht seine Medikamente abends. Aber was noch wichtiger ist: er hält einfach nicht durch. Ist spätestens um 20 Uhr hundemüde. Keine Chance, da mal gemeinsam etwas länger zu bleiben. Mittlerweile wäre sogar die Anika ausdauernder als unser Großer. Deshalb denk ich mir: Wahrscheinlich tut´s wirklich einfach gut, bei "besonderen Familien" nicht aus der Reihe zu fallen. Ich weiß es nicht. Das ist kein schlechter Kompromiss. Nein, es fühlt sich gut an, so wie es ist. (Zumindest jetzt noch... mal schauen, wie wir den Spagat zwischen "unserer" und der "normalen" Welt, die die Anika mit sich bringt, dann schaffen). 

Aber gerade deshalb ist es für mich so unglaublich wichtig, auch Aus-Zeiten fernab vom Thema Behinderung zu haben. Ich mag es, mal mit einer KindergartenFreundin auf einen Kaffee zu gehen, bin so gerne bei der Schulfreunde-Runde dabei oder geh liebend gerne nach der Arbeit mal mit Kolleginnen, die mir mit den Jahren sehr wichtig geworden sind, Essen. (Keine Sorge: auch der Niklas-Papa hat da seine ganz persönlichen Atempausen)

so, jetzt aber wieder ein paar Bilder: 
(ich merke, ich komme nicht umher wieder Himmel-Baum-Fotos zu zeigen... ich mag sowas) 

Pfaffenkäppchen... schon als Kinder haben uns die Großen eingebläut, dass diese Beeren nicht zum Essen sind... daran kann ich mich noch gut erinnern. Ich hab gerade nachgelesen: das stimmt sogar :) 


Tja, und die Eichhörnchen haben auch schon ordentlich was zu tun


und hier noch mein 12tel Bild vom September 


Noch mehr SINNblicke findet ihr wie immer bei Anette - die 12tel Blicke bei Tabea

Und diesmal hab ich die Monate Jänner bis September 2014 zusammengefasst.... 
.... muss aber beim Anschauen zugeben: ich hätte mir da eine bessere Perspektive aussuchen sollen....