Freitag, 30. Mai 2014

SINNblick Mai

Wirklich auf den letzten Drücker gibts hier die Bilder meiner SINNblick Runde im Mai:

29. Mai 2014
16:10 Uhr



Zur Abwechslung mal mit düsteren Bildern (die Wolken nahmen mit Ende der Runde immer mehr zu). Aber auch bei diesem Wetter hat ein Spaziergang seinen Reiz. 

Allerdings muss ich zugeben: das war keine "dringend-notwendige" Runde. Relativ entspannt bin ich die Stunde unterwegs gewesen. Eine Woche davor hab ich noch in aller Ruhe die starke Mai-Sonne genossen, mich massieren lassen, hab gelesen und einfach nix gemacht. Nur ich. Ganze drei Tage lang. 
Ein Geschenk vom Niklas Papa (und allerbestem Ehemann) - der wohl gemerkt hat, dass diese Aus-Zeit notwendig ist. Sprachlos, unfassbar dankbar für diese Tage. Auch den Großeltern, die letztendlich die meiste Kinderzeit übernommen haben. 

Der Alltag mit den zwei Kids ist im Moment absolut fordernd. EIN Kind - welches unserer zwei auch immer - klappt wunderbar! Aber die Kombination macht´s. 

Gut, ich muss zugeben, ich kenne keine Trotz- und Bockphasen von Zweijährigen. Obwohl ich ein Schulkind zu Hause habe. Niklas hat nie gefremdelt, hat nie versucht, einem kindergartenkind-großen Teddy Babyschuhe anzuziehen, die komplette Trinkflasche zum x-ten Mal ausgeleert, weil er den Wohnzimmerboden putzen wollte und schon gar nicht den Holzboden mit Plakatstift verschönert..... Die damit verbundenen Wutanfälle, wenns nicht klappt oder gar verboten wird, die blieben natürlich somit auch aus. Halleluja!!! Sind wirklich alle Normalo-Zweijährigen so??! 

Dazu kommt natürlich die Eifersucht von Anika. Und die ist auch absolut berechtigt. Denn würde man die Zeit, die ich mir für jedes Kind nehme auf die Waagschale legen, dann wäre schnell klar: Der Niklas kriegt viel mehr davon. Dass der Großteil Pflege und Hilfestellung ausmacht, spielt im Moment für Anika sicher keine Rolle. 

Dabei merken wir ganz eindeutig, dass Niklas immer selbstbestimmter wird. (So nebenbei: das macht mich sowas von stolz!!) Auch wenn er in fast allem Hilfe braucht, weiß er schon ziemlich genau, was er möchte (klar, das sind keine Volksschulkind-Interessen - aber immerhin konkrete Vorstellungen). Aber gerade dieses "Wissen-was-ich-will" ist besonders anstrengend. Im Hängesessel schaukeln, mit dem Bauernhof spielen, in den Rolli reinsetzen, sich mit der Mundharmonika etwas vorspielen lassen, in den Garten raus.... all das fordert er aktiv mit Symbolkarten. Das und noch einiges mehr. Nur kann er nichts davon alleine. Für all das braucht er jemanden. Wenn er sich mit sich selbst beschäftigt, bleibt er meist in seiner kleinen Welt. Mit Blink-Blink und viel Trällerei. Gezwungenermasen? Ich weiß es nicht. 

Unsre zwei Kinder. So verschieden. Und doch treffen sie sich ab und zu im Hier und Jetzt. Immer öfter. Das sind dann die Momente, in denen ich innehalte, durchschnaufe und einfach geniese. Zwischen Spielzeug-Haufen, Essens-Resten und herumstehenden Hilfsmitteln.


So, jetzt aber noch ein paar schöne Bilder von meiner Runde: 



Hier gabs sehr viel Regen. Die Rückhaltebecken alle voll. Die Feuerwehren im Einsatz. Zum Glück hat´s dann nachgelassen mit dem Regen.... 


Ach, und die Woche haben wir noch die kleine Farm meiner Eltern gehütet :) 
zwei Tage lang....dazwischen gab´s immer wieder Anrufe, ob die Tiere eh wohlauf sind.... 





ja, alles bestens! 

Der Duft nach dem vielen Regen war herrlich. Der Holler, die Walderdbeeren.... mah, eine wunderbare Mischung lag in der Luft! 


Und hier noch mein 12tel Blick vom Mai.... immer von der selben Stelle aus... 





Mehr 12tel Blicke findet ihr bei Tabea - den SINNblicke bei Anette

Kommentare:

  1. Ich kann nicht schlafen ... und da dachte ich mir: Ich besuche Dich einfach mitten in der Nacht!
    Schön war es hier bei Dir. Auch wenn der viele Regen mich erschreckt hat. Doch es ist nun vorbei ... sagen die Wetterberichte. Gut, dass Euch und den Tieren nichts passiert ist. Keine ganz schlimmen Überschwemmungen.

    Deine Bilder sind so schön. Du lebst auf einem herrlichen Stückchen Erde. Und ... man spürt so sehr, Du liebst Deine Heimat!
    Hm, was soll ich sagen ... die Trotzköpfchen-Phasen. An die kann ich mich noch gut erinnern. Und nun mach ich sie ja grad wieder beim Enkel mit. Nicht mehr so sehr nah wie Du bei Deinem Töchterlein. Aber auch da fällt dem Buben alles mögliche ein was für uns Grosse nur noch unmöglich ist! "Selber" ist sein Lieblingswort und danach kommt gleich "NEIN"!

    Heute hab ich mit Susanne lange über das Baby "in der Mitte" zwischen den beiden Enkeln gesprochen. Der kl.Julian ist ihr eingefallen und es wurde ihr bewusst, dass er nun 5 Jahre alt wäre. Sie wollte wissen ob er mit seiner Behinderung (Trisomie 18) überhaupt 5 Jahre hätte alt werden können und was er wohl gelernt hätte."Warum macht der liebe Gott das bloss?" hat Susanne gefragt. Sie meinte die Behinderungen und aber auch, dass Julian nur sehr kurz die Welt berühren durfte. Wir waren uns beide sehr einig, dass wir wo es nur ging mithelfen würden, wenn der Kleine noch leben dürfte.
    Susanne hat es schwer seid Wochen. Vor ein paar Wochen ist der Bruder ihrer Freundin mit dem Motorrad verunglückt, er war auch noch selber schuld. Schwere Kopfverletzungen hat er, ob er jemals wieder gesund wird, das weiss kein Mensch. Ein Auge ist erblindet. Die Schädeldecke war zertrümmert. Er ist ohne Helm gefahren .... Nun wird es Susannes Freundin von Tag zu Tag mehr bewusst, dass der Bruder behindert bleiben wird. Die Mädeln leiden. Trost kann man da fast nicht geben. Wie oft hab ich schon in unser Blog geschrieben, dass jeder Mensch jederzeit "behindert" werden kann. So nah und lebensecht wollten wir das gar nicht wissen .... Tanja, ich glaub Du verstehst wie ich das meine.
    Nun ist letzte Woche auch noch der Papa von Susannes besten Freund gestorben. Drei Kinder haben keinen Papa mehr. Herzinfarkt mit grad mal 54 Jahren. Susanne kümmert sich ganz fest um den A. und zur Zeit spielen sie täglich stundenlang Baskettball. "Damit es ablenkt und wir nicht alle nur noch weinen!" hat sie gesagt. Es hat auch hier tagelang geregnet, es war kalt. Die Beiden waren nur auf dem Sportplatz, und nun wird sie krank. Erkältet, weil es so unvernünftig war, doch wir Grossen haben uns nicht getraut die Kinder zu stoppen.
    Das Leben hat so viele Seiten, die viel Kraft fordern.
    Und wenn ich dann hierher komme und Deinen Post lesen, so voller auf und ab, voller Leben ... wenn ich dann lese wie viel Niklas nun gelernt hat, Euch zeigt ... dann würde ich am liebsten schreiben: Lasst die Anika trotzig sein! Und wenn der Boden gar nicht mehr sauber geht, dann schicke ich Euch meinen Bodenleger vorbei, dem fällt schon was ein! :-)
    Tanja, es ist ein so wunderbares Geschenk das Dein Michael Dir gemacht hat. Ich hoffe, Du spürst die "Auszeit" noch lange, kannst davon zehren
    liebe Grüsse
    Elisabeth

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  2. Du bist eine großartige Frau.
    Die Momente des gefühlten "ich.kann-nicht-mehr", die darfst Du haben, zu denen stehe ruhig; und wie Du siehst: Dein Mann, Deine Familie erkennen dies auch und handeln danach.
    Ja, Ihr seid alle großartig!
    Und Niklas´ Entwicklungsfortschritte sind so toll.

    Ganz viele herzliche Grüße
    Elena

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  3. Wutanfälle... auch wenn mans nciht glauben kann, ganz normal.
    Freie Tage für dich, das ist wundervoll!

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  4. Was du schreibt ist so schön, so wahr, so unverblümt echt....es berührt so tief, erzeugt eine Nähe. Selbst Sehnsucht nach einem trotzenden Kind! Es erscheint sinnlos, dies mit einigen wenigen Zeilen zu kommentieren. Dennoch: ich mag deine Sinnblicke sehr! Das geschriebene Wort (und auch die Bilder) helfen uns oft, unsere Gefühle genauer zu differenzieren und näher bei uns selbst zu sein. Und....sie veredeln der Alltag und das ist das Schöne! Danke, liebe Tanja!

    Eva Marie

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  5. Liebe Tanja,

    welch wunderbare SINNblicke und was für eine tolle Familie ihr seid!
    Dass du eine Auszeit brauchst, dass kann ich dir so gut nachfühlen, auch wenn meine Anstrengungen allein mit den Jungs so gar nicht vergleichbar sind, weil vieles doch einfacher ist. Jedoch das Gefühl zu haben, dass man gern mal nur Zeit für sich hätte, das kenne ich nur zu gut.

    Denn es ist wirklich oft die Kombination, die es so schwer macht. Ein Grund zum beispiel, weshalb meine Eltern auch am liebsten nur einen nehmen, was ich ihn gar nicht verüveln kann. Im Doppelpack sind sie manchmal nur schwer zu händeln und puschen sich gegenseitig enorm hoch.

    Auch die Eifersüchteleien sind hier an der tagesordnung. Der Jüngste schaut akribisch, wie ich auf welche "Macken" der Jungs reagiere und ist oft der Meinung, dass ich ihn besonders oft maßregle. Es ist ein ständiger Eierlauf, der dann besonders anstrengt und den Wunsch nach Alleinsein verstärkt.
    Und manchmal hilft auch nur ein klares Wort, dass man nicht ständig darauf schauen will, wie und wann jemand vermeintlich übervorteilt wurde.

    Dass das bei Annika natürlich noch nicht funktioniert ist klar, ebenso, dass sie sich Zeiten, in denen du vielleicht wirklich nur Zeit mit ihr verbringen kannst, weil Niklas in der Schule ist, nicht "merkt", auch.
    Wenn ich einen guten Rat oder eine tolle Lösung hätte, ich würd sie dir sofort geben.

    So bleibt mir nur, wie so oft, den Hut vor dir und deinem Mann zu ziehen und zu wünschen, dass ihr in all die Anstrengungen hinein die wundervollen Augenblicke weiterhin so glanzvoll erkennen könnt!

    Nicht nur stolz sein auf deine Kinder, sondern auch auf dich und deinen Mann Tanja - ihr seid großartig!!!

    So sende ich eine liebe Umarmung zu euch allen und hoffe, du/ihr hattet eine besonders schöne Zeit zum Durchatmen.

    Liebe Grüße
    Katja

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