Montag, 17. Februar 2014

Zeitreise und das Buch

17. Februar 2007

..... "Nachdem ab 11 Uhr die Besuchszeit anfängt, schlafen wir länger (von richtigem schlafen war die ganze Nacht ohnehin keine Rede!!!). Wir fahren nach Graz. In der Intensivstation werden wir schon von Ärzten erwartet. Wir gehen wieder ins Elternzimmer – irgendwie ein komisches Gefühl. Dann wird uns gesagt, dass es sehr schlecht um unseren Sohn steht – und wir damit rechnen müssen, dass er stirbt. Es konnte zwar die Blutung gestoppt werden, aber man hat die Ursache nicht gefunden. Durch den enormen Druck wurde sein Gehirn stark gequetscht. Das Problem ist, dass das Gehirn jetzt noch anschwillt und der Druck somit noch zunimmt. Ich bin wie hypnotisiert. Michael weint. Nach diesem kurzen Gespräch lassen uns die Ärzte alleine. Wir haben nicht mal viel gefragt – ein Arzt hat nur gemeint, es geht jetzt lediglich um die lebensnotwendigen Funktionen, die eventuell nie wieder bei Niklas funktionieren werden. Kurze Zeit später wird zu uns ein Krisenteam geschickt"......

Sieben Jahre ist das jetzt her. Wir haben damals ein gemeinsames Tagebuch geführt. Der Niklas-Papa und ich. Das hat uns geholfen zu begreifen.... Nein, diese Zeit habe ich nach sieben Jahren noch immer nicht vergessen. Und jedes Jahr klopfen die Erinnerungen wieder an... Der Abstand zum Erlebten wird größer.... das Gefühl beim Lesen der Zeilen bleibt das selbe.....  



Wir hatten nun die Möglichkeit "unsere" Geschichte zu erzählen. Niedergeschrieben mit einem Hauch von Ahnung, dass Niklas bald Bruder sein wird.

Marisol hat unterschiedliche Lebensgeschichten gesammelt und diese in einem Buch veröffentlicht. STERNSCHNUPPEN GEHEN IHERN WEG heißt es. HIER ist es dann erhältlich. (Für alle die erwägen, es zu bestellen: bitte noch etwas warten - die Version wird noch etwas überarbeitet und neu gedruckt!).

Ein Buch über Familien mit behinderten Kindern. Bunt gemischt, wie das Leben selbst. Mal verunsichert, mal traurig, oft mit einer großen Portion Zuversicht aber auch mit unbegreiflich viel Leid. Immer jedoch mit ganz viel Liebe. Erzählt ohne viel Schminke. Ehrlich und direkt. Marisol, wir danken dir, dass wir dabei sein durften! 

Für all jene, die mal reinlesen wollen in "unseren" Teil, haben wir oben eine eigene Rubrik eröffnet. Unter: "Das Buch" kurz und ohne viel Schnörksel. Was besseres will mir grad nicht einfallen..... 


Kommentare:

  1. Als ich anfing hier zu lesen, habe ich die Luft angehalten!

    Ein Buch, dass ich ganz sicher in Händen halten werde!

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  2. mir fehlen die Worte, danke! Ein gemeinsames Tagebuch, wie wundervoll dass ihr so eine Brücke gefunden habt, Worte in einer Zeit wo es irgendwie keine Worte gibt.
    danke,
    silke

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  3. Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende
    liebe Grüsse, Elisabeth

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